Wir hatten eine wunderschöne Zeit während der vier Wochen im April/Mai in Deutschland. Meine Mutter ist 90 Jahre alt geworden und das haben wir im engsten Familienkreis gefeiert. Ihre beiden Kinder mit Partner, die Enkel mit ihren Partnern und die drei Urenkel (noch ohne Partner) waren natürlich auch da. Und ich konnte meinen Geburtstag eine Woche vor meiner Mutter auch mit meinen Lieben in Deutschland feiern.
Ansonsten haben wir viel mit unseren drei Enkeln (und ihren Eltern) unternommen. Schwimmen im Hallenbad, Basketballtraining, Kinderkletterpark, kleine Radtouren, Freizeitpark, Lego spielen, Brettspiele,… Was man eben so mit Enkeln macht. Mich hat nur gewundert, dass mein ältester Enkel nach dem Basketballtraining in ein Möbelhaus wollte. Als ich dann den Indoor- und Outdoor-Spielplatz dort gesehen habe, war alles klar.
Wir haben auch ein paar Freunde besucht. Im Mai gibt es auch schon sehr leckere Erdbeeren und natürlich Spargel in Deutschland. Die Zeit ist jedenfalls sehr schnell vergangen. Es ist immer wieder sehr schön zu erleben, dass es so gut mit den Enkeln klappt, obwohl wir immer für ein paar Monate weg sind. Und der Kontakt mit den Freunden ist auch so, als ob man nicht so lange weg gewesen wäre.






Auf dem Rückflug haben wir meine Cousine Renate und ihren Mann Wolfgang in Paris getroffen. Gemeinsam sind wir dann nach Panama City geflogen. Der bestellte Taxifahrer wartete schon am Ausgang.
Wir verbrachten zwei Tage in der Shelter Bay Marina mit der Vorbereitung und Eingewöhnung. Anschließend machten wir uns auf den Weg nach Guna Yala, auch bekannt als die San Blas-Inseln. Wir haben diese Strecke in drei Etappen durchgeführt. Zuerst nach Portobelo (20 Seemeilen), dann nach Nombre de Dios (19 Seemeilen) und anschließend nach Porvenir (35 Seemeilen).
Der Ort Portobello ist dafür bekannt, den einzig schwarzen Christus zu haben. Dieser wurde angeblich an Land angespült. Auch Christoph Kolumbus kam häufig hierher. Porvenir ist das Tor zu Guna Yala, dem Territorium des Kuna-Volkes. Dies ist der Sitz des Parlaments. Für die Einreise in das Gebiet von Guna Yala wird eine Gebühr erhoben.
Auf der zweiten Etappe trafen wir auf große schwarze Regenwolken und sehr windige Bedingungen. Zuerst überlegten wir, in die nächste Bucht zu fahren. Aber die Sicht war sehr schlecht und der Wind wehte mit 35 Knoten. Bei diesen Bedingungen ist es sicherer, auf See zu bleiben. Nach einer Stunde verging der Spuk und wir konnten uns auf den Weg zur wunderschönen Bucht von Nombre de Dios machen, wo wir völlig allein waren. Die letzte Etappe nach Povenir verlief völlig unspektakulär. Nach der Ankunft hatten wir relativ schnell Besuch von den Kunas. Als erstes kamen drei Frauen, die uns Molas verkaufen wollten. Das sind bestickte Tücher mit traditionellen Mustern der Kunas oder Tieren, die hier vorkommen.






















Die San Blas Inseln sind einfach wunderschön und paradiesisch. Insgesamt sind es ca. 350 Inseln, die sich vor der Küste Panamas ausbreiten. Sie liegen im Osten des Panamakanals. Offiziell gehören sie zu Panama werden aber von dem indigenen Volk der Kunas autonom verwaltet. Dazu gehört auch eine Einreisegebühr in Höhe von 45$ für das Boot und 20$ pro Person. Ca. 50.000 Kunas leben auf 57 Inseln. Die restlichen sind unbewohnt. Wir haben auch kleine Sandhaufen mit drei Palmen drauf gesehen. Zählen sie schon als Insel? Und wir haben einen Artikel im Nachrichtenmagazin Spiegel entdeckt, der von der gerade beginnenden Evakuierung einer Insel berichtet, da der Wasserstand auf der Insel zu hoch wird. Die Einwohner bekommen jetzt feste Häuser an der Küste. Dieses Gebiet gehört auch zu Guna Yala, dem Bereich der Kunas.
In einer Bucht wollten wir gerne schwimmen gehen. Aber sobald man mit dem Fuss das Wasser berührt hat, kamen die Schiffshalter Fische und knabberten am Fuß. Normalerweise saugen sie sich mit ihrem platten Kopf an größeren Fischen oder Booten fest. Sie sind harmlos aber kuscheln wollten wir auch nicht mit ihnen. Also haben wir das Schwimmen verschoben.
















Das Leben auf den Inseln ist sehr einfach. Wir konnten in einer Hütte essen, die der Familie als Wohn-/Schlafraum dient. Der Boden besteht aus Sand. Rundherum sind Bambusstangen und das Dach besteht aus Palmblättern. Einige haben auch ein Wellblechdach. Da es offenbar undicht ist, sind an einigen Stellen von innen Plastikfolien gespannt. Es gibt eine große Batterie, die von einer Solarzelle gespeist wird, und einen großen Bluetooth-Lautsprecher. Kein Radio, kein Fernseher, keine Alexa. Die Kunas leben vom Tourismus. Sie verkaufen handbestickte Stoffe (Molas), bieten Fisch und Hummer an. Einige Händler versorgen die Bewohner und Gäste der Inseln in offenen Booten mit frischen Lebensmitteln. Auf einigen Inseln gibt es sogar Lebensmittelgeschäfte. Die Preise haben wir nicht recherchiert, da wir viel im Supermarkt in Colon für unsere Tour eingekauft haben. Zweimal haben wir Obst und Gemüse nachgekauft.










Auf einigen San Blas-Inseln gibt es auch gemauerte Häuser. Dort werden Unterkünfte für Touristen angeboten, die dann ein paar Tage Robinson spielen können. Zum Glück haben wir unser eigenes Haus. Und wir haben immer einen geschützten Ankerplatz gefunden. Meistens lagen wir allein in den Buchten. Zum besseren Navigieren gibt es einen Revierführer von Eric Bauhaus. Neben vielen Tipps hat er auch einige Seekarten des Reviers erstellt. Zusammen mit der Navionics-App konnten wir sicher navigieren und die ausgewählten Ankerplätze ansteuern. Manchmal muss man zwischen zwei Riffen hindurchfahren. Oft sieht man die Riffkante gar nicht. In einer Zufahrt zu einem geschützten Ankerplatz hatten wir zum Beispiel in der Einfahrt nur 1 Meter Wasser unter dem Kiel. Am Ankerplatz war es dann wieder mehr.
Wir hatten jedenfalls eine wunderschöne Zeit auf den San Blas Inseln. Wir kommen auf jeden Fall wieder. Zunächst geht es aber zurück in die Shelterbay Marina. Unsere Gäste müssen zurück nach Deutschland.











Zurück in der Shelterbay Marina haben wir wieder unseren alten Liegeplatz am Dock F bekommen. Eigentlich wollten wir zum Dock C, wo unsere Freunde Biggi und Jan mit ihrer Rare Breed liegen. Aber an diesem Dock lagen gerade viele Regattaboote, gut zu erkennen an der großen bunten Flagge am Vorstag. Am Steg wurden wir schon von Tom und Hajo (SV Segel.Bar) erwartet. Zwei Hafenmeister waren natürlich auch da und halfen beim Anlegen. Abends nutzten wir dann die Happy Hour im Restaurant für ein gemeinsames Bierchen. Gabriela und Thomas (SV Kivavera) gesellten sich auch dazu. Wenn man will, ist man als Segler nie allein. Außer auf den San Blas Inseln. Aber da haben wir auch schon Ankerplätze mit bis zu 6 Segelyachten gesehen.
Für den nächsten Tag hatten wir schon einen Ausflug mit dem Taxifahrer David zu den Schleusen des Panamakanals gebucht. Der Kanal verbindet den Atlantik (Karibik) mit dem Pazifik über eine ca. 82 km lange Strecke durch den künstlich angelegten Gatunsee. Die ersten Bauarbeiten begannen bereits im Jahr 1881. Doch erst als die US-Amerikaner das Projekt übernahmen, ging es richtig los. 1914 wurde der Kanal schließlich eröffnet. Im alten Kanal werden die Schiffe mit Lokomotiven durch die drei Schleusenstufen gezogen. Es gibt für jede Fahrtrichtung eine Strecke. Die Schleusentore werden aufgeklappt. Diese Anlage können Schiffe mit bis zu 4.600 Containern durchfahren. Das war bald zu klein und so wurde 2016 eine neue Schleusenanlage in Betrieb genommen. Die Schiffe können nur in einer Richtung durchfahren. Die Schleusentore werden seitlich hineingeschoben. Statt Lokomotiven helfen Schlepper beim Schleusen. Jeweils am Bug und am Heck hängt ein Schleppboot. Bei der Anfahrt in die Schleuse drücken weitere Schlepper das Boot von der Seite auf die richtige Position. In die neuen Schleusen passen Schiffe mit einer Länge von bis zu 366 Metern und einer Breite von 49 Metern. Wir hatten das Glück, zwei Schleusungen beobachten zu dürfen. Es ist wirklich beeindruckend, wie exakt die riesigen Schiffe hineingezogen werden. Wir haben noch nicht gehört, dass es im Miniaturwunderland Hamburg den Panamakanal gibt. Das wäre doch ein tolles Projekt, oder?








Am Nachmittag haben wir mit einem Mitarbeiter der Marina einen Ausflug in den nahegelegenen Regenwald gemacht. Es ist ein ganz besonderer Regenwald, denn die Bäume verlieren während der Trockenzeit in Panama ein paar Blätter. In dem Bereich der Marina gab es früher einen Militärstützpunkt der US-Amerikaner. Die Bunkeranlagen sind heute noch erhalten. Aber es gibt auch eine Kirche und Reste von einem Zoo. Zum Schluss haben wir noch Brüll- und Weißkopfaffen gesehen.
Den letzten Abend haben wir mit unserem Besuch im Restaurant verbracht. Nun heißt es Abschied nehmen. Am Donnerstag fliegen meine Cousine und ihr Mann nach Deutschland zurück. Und wir werden uns um LUWINA kümmern. Es gibt so ein paar Bootsprojekte, die erledigt werden müssen.











Wir sind derzeit mit ein paar Reparaturen, Wartung und Verbesserungen an LUWINA beschäftigt. Das war auch so geplant, da wir die Hurrikansaison in Panama verbringen möchten. Hier sind wir vor den Wirbelstürmen sicher. Das größte Projekt sind die vier Rumpffenster. Diese zwei Meter langen Scheiben sind in den Rumpf geklebt. Am unteren Rand haben sie sich leider gelöst. Das passiert wohl nach fünf bis sieben Jahren. Jedenfalls auf Booten. Bei Autos habe ich noch nicht davon gehört, dass sich die ebenfalls eingeklebten Scheiben lösen. Die Werft, in der LUWINA gebaut wurde, hat mir eine sehr gute Anleitung geschickt. Das klang alles machbar und so haben wir entschieden, es selber zu machen. Falls es nicht klappt, hätten wir ja immer noch die Werft in der Shelterbay Marina um Hilfe fragen können. Dichtungskleber, Aktivator und Primer haben wir aus Deutschland mitgebracht. Und es ging tatsächlich sehr gut. Das erste Fenster war schnell ausgebaut. Die meiste Arbeit hat das Saubermachen der Klebeflächen gemacht. Zuerst musste die Scheibe dann in ein „Bett“ aus neuem Kleber gedrückt werden. Nach dem Aushärten kann dann verfugt werden. Die abschließende sichtbare Fuge hat uns Tobias gemacht. Er macht das beruflich und so wurde das Ergebnis einfach besser. Wir haben ihn und seine Familie zum Essen eingeladen, worüber sie sich sehr gefreut haben. Geld wollte er nicht, man hilft sich halt unter Seglern.
Außerdem mussten noch die Dirk und das Spinnackerfall ersetzt werden. Die Leine vom Ende des Baums zur Mastspitze wird Dirk genannt. Das Fall an dem der Spinnacker gesetzt wird, ist ebenfalls oben am Mast angebracht. Beide Leinen verlaufen im Mast. Für die neue Dirk wurde oben am Mast eine dünne Zugleine eingefädelt. Hajo hat sie unten am Mast „rausgepuhlt“. Mit Hilfe der Zugleine wurde dann die neue Dirk eingezogen. Und was soll ich sagen: Es hat alles super funktioniert! Mit Luise und Tom waren ja noch zwei weitere Segler im Team. Da konnte ja nichts schiefgehen!
Hier in der Shelterbay ist es wirklich angenehm, dass man sich nach erledigter Arbeit im Pool abkühlen kann. Und bei einem gemeinsamen Essen und Bierchen kann man das abgeschlossene Projekt feiern und neue Pläne schmieden. Und jetzt sind auch noch unsere sehr guten Freunde Jan und Biggi für die nächsten Monate zurück in die Sheterbay Marina gekommen. Das wird ein schöner Sommer.

